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Wenn Beziehungen zur Verwaltung werden

Wenn Beziehungen zur Verwaltung werden

Die nächste Kampagne soll größer werden. Mehr Creator, mehr Content und klarere Ergebnisse. Doch wie viel vom Arbeitstag eines Influencer-Managers bleibt eigentlich noch übrig, um Kooperationen weiterzuentwickeln?

Du öffnest den Laptop mit dem Plan, neue Creator für die nächste Kampagne zu finden.

Zuerst musst du nur noch bei drei Creatorn nachhaken, die nicht geantwortet haben. Jemand anderes braucht das Briefing noch einmal. Eine Person hat Material über einen Link geschickt, der nicht mehr funktioniert. Ein Kollege fragt, ob ihr das Video vom letzten Monat für Werbung verwenden dürft.

Dann kommt die Frage von der Führungskraft:

„Wie läuft es mit der nächsten Kampagne?“

Dieser Arbeitstag ist ein veranschaulichendes Beispiel. Er macht jedoch eine Frage sichtbar, die es sich zu stellen lohnt: Wie viel der Rolle ist inzwischen Verwaltung?

Jemand muss alles zusammenhalten

Ein Influencer-Manager muss Creator einschätzen, Zielgruppen verstehen, verhandeln und Vertrauen aufbauen können. Die Rolle erfordert Urteilsvermögen und Zeit für Beziehungen.

Gleichzeitig umfasst jede Kooperation viele praktische Schritte. Kontaktdaten müssen gespeichert werden. Briefings verschickt. Vereinbarte Leistungen nachverfolgt. Material geprüft. Ergebnisse gesammelt.

Wenn gemeinsame Abläufe und Tools fehlen, wird die zuständige Person selbst zum Bindeglied zwischen allem.

Sie weiß, dass die neueste Version in einer E-Mail liegt, die Vergütung in einer Tabelle steht und der Creator die Verzögerung per DM mitgeteilt hat.

Für die Kollegen mag es so aussehen, als laufe die Arbeit gut. Und vielleicht tut sie das auch. Doch sie kann wesentlich mehr Zeit und Mühe erfordern, als sichtbar wird.

Dass jemand es schafft, die Arbeit zusammenzuhalten, bedeutet nicht automatisch, dass diese Person gute Voraussetzungen dafür hat.

Ein Tool braucht ein Budget. Manuelle Arbeit dauert so lange, wie sie eben dauert.

Neue Software hat einen klaren Preis, der begründet werden muss.

Die Zeit für Suchen, Kopieren, Erinnern und Zusammenstellen ist selten ebenso sichtbar. Sie ist bereits im Gehalt enthalten.

Im Work Trend Index 2023 von Microsoft gaben 62 Prozent der Befragten an, während ihres Arbeitstags zu viel Zeit mit der Suche nach Informationen zu verbringen. Die Umfrage umfasste 31.000 Personen in 31 Ländern und bezieht sich auf das Arbeitsleben allgemein, nicht speziell auf Influencer-Manager.

Microsoft, Work Trend Index 2023

Wer für Creator-Kooperationen verantwortlich ist, beginnt die Informationssuche vielleicht mit einer einfachen Frage:

„Was haben wir ihr beim letzten Mal bezahlt?“

Für die Antwort muss womöglich jemand alte Unterhaltungen durchsuchen, Dokumente vergleichen und einen ehemaligen Kollegen fragen.

Auch das sind Kosten. Sie müssen berücksichtigt werden, wenn das Unternehmen beurteilt, ob sich die Investition in eine bessere Arbeitsweise lohnt.

Aus Sicht der Führungskraft kann alles ganz vernünftig aussehen

Es gibt eine verantwortliche Person. Die Kampagnen werden veröffentlicht. Das Material kommt an. Der Bericht wird geliefert.

Dann ist es verständlich, dass andere Investitionen Vorrang haben.

Doch der fertige Bericht zeigt selten, wie viele manuelle Schritte nötig waren, um ihn zu erstellen. Und die Kampagne zeigt nicht, für welche Creator-Beziehungen nie Zeit zur Weiterentwicklung blieb.

Wenn sich die Gespräche überwiegend um Leistungen und Fristen drehen, gerät leicht aus dem Blick, wie die eigentliche Arbeit abläuft.

Eine gute Frage beim nächsten Austausch könnte deshalb lauten:

„Welche wiederkehrenden Aufgaben nehmen dir am meisten Zeit für das, was du bei uns eigentlich weiterentwickeln sollst?“

Die Antwort liefert eine konkrete Grundlage, um beim Ressourceneinsatz Prioritäten zu setzen.

Wenn die Person geht, wird der Kontext entscheidend

Stell dir vor, ein neuer Kollege übernimmt.

Die Kontakte sind noch da. Die Ordner auch. Aber wer liefert normalerweise pünktlich? Wer braucht ein klareres Briefing? Welche Kooperationen liefen gut, und warum? Was wurde für die nächste Saison bereits zugesagt?

Solche Dinge lassen sich aus einer Kontaktliste nur schwer erschließen.

Persönliche Beziehungen werden immer ein wichtiger Teil des Influencer-Marketings sein. Eine gemeinsame Dokumentation erleichtert es der nächsten Person, diese Beziehungen weiter zu pflegen.

In The State of Creator Marketing 2025–2026 betont CreatorIQ, dass Creator-Daten zusammengeführt und als strategischer Wert behandelt werden sollten. Der Bericht basiert auf einer gemeinsam mit Sapio Research durchgeführten Umfrage unter 1.723 Befragten aus Marken, Agenturen und der Creator-Community.

CreatorIQ, The State of Creator Marketing 2025–2026

Unsere Schlussfolgerung ist, dass jede Kampagne Wissen hinterlassen sollte, das auch andere nutzen können: über die Creator, die Inhalte, die Vereinbarungen und die Ergebnisse.

So bekommt die nächste Person etwas, worauf sie aufbauen kann.

Die richtige Unterstützung beginnt damit, den Arbeitsalltag zu verstehen

Ein neues System löst eine angespannte Arbeitssituation nicht automatisch. Es braucht Zeit, es zu nutzen, klare Abläufe und angemessene Erwartungen an die Rolle.

Geht zunächst gemeinsam eine typische Kampagne durch.

Wo werden Kontakte gespeichert? Wie werden vereinbarte Leistungen nachverfolgt? Wo liegen die Vereinbarungen? Wie findet ein Kollege das richtige Material? Welche Aufgaben müssen jedes Mal manuell wiederholt werden?

Dabei wird schnell deutlich, wo Unterstützung nötig ist.

Für ein kleineres Programm können einfache Tools und gemeinsame Abläufe viel bewirken. Wenn die Zahl der Kooperationen wächst, müssen die Rahmenbedingungen mitwachsen.

Die zuständige Person muss ihre Kompetenz dort einsetzen können, wo sie am meisten bewirkt. Die Führungskraft muss erkennen können, was dafür nötig ist.

Ihr habt bereits in die Person investiert. Gebt ihr auch den nötigen Spielraum, um erfolgreich zu sein.

Wie arbeitet ihr in eurem Team?

Wenn jede neue Kampagne mehr manuelle Arbeit mit sich bringt, lohnt es sich, eure Abläufe bei Kooperationen zu überprüfen. Hier erfahrt ihr, wie BOOSTIFIED—Pay für Marken und Agenturen funktioniert.

Mehr über BOOSTIFIED—Pay für Marken und Agenturen


Quellen: Microsoft, Work Trend Index 2023; CreatorIQ, The State of Creator Marketing 2025–2026. Beide Umfragen sind von Anbietern finanziert. Die Alltagsbeispiele dienen der Veranschaulichung und beschreiben nicht die Arbeitsweise eines bestimmten Unternehmens.